Geschichte der deutschen Münzprägung
In einer Münzstätte sind Planung, Herstellung und Auslieferung der Münzen häufig in einer Hand vereinigt. Im Laufe der Geschichte ist die Prägung von Münzen oft zentral organisiert worden. Bei den Sasaniden (224-650 n. Chr.) ging die Gängelung sogar so weit, dass selbst der Stempelversand von der Obrigkeit angeordnet wurde. Normalerweise waren die Münzstätten jedoch eigenständig. Heute ist es das Finanzressort, das für die Münzprägung zuständig ist. Im obersten Gremium wird über das Münzbild entschieden. Die Prägungen der Münzen der Bundesrepublik erfolgt in fünf deutschen Prägeanstalten.
Wenn man die Geschichte der deutschen Münzprägung jedoch zurückverfolgt, sind es nicht nur die fünf uns bekannten Prägestätten welche in Deutschland Münzen prägen durften. Die Prägebuchstaben der deutschen Münzstätten wurden mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 entsprechend der Bedeutung der einzelnen Bundesstaaten und ihrer Regenten vergeben. An oberster Rangfolge stand Preußen mit seinen Prägestätten in Berlin (A), Hannover (B) und Frankfurt (C) letztere beiden heute nicht mehr in Betrieb. Dann folgten Bayerns und Sachsens Münzstätten in München (D) und Dresden/Muldenhütten (E) - letztere nicht mehr in Betrieb. Und schließlich Stuttgart (F) für Württemberg, Karlsruhe (G) für Baden, Darmstadt (H) für Hessen - nicht mehr in Betrieb - sowie der Stadtstaat Hamburg (J).
|
|
Die einzelnen deutschen noch aktiven Prägeanstalten lassen sich durch folgende Prägezeichen auf den Münzrückseiten unterscheiden:
|
A |
Münzstätte |
Berlin |
|
D |
Münzstätte |
München |
|
F |
Münzstätte |
Stuttgart |
|
G |
Münzstätte |
Karlsruhe |
|
J |
Münzstätte |
Hamburg |
Seit 2009 werden z.B. beim deutschen Goldeuro die Prägebuchstaben nicht mehr auf die Rückseite geprägt sondern werden in die Randinschrift integriert.




