Geschichte der Münzprägung
In einer Prägeanstalt sind Planung, Herstellung und Auslieferung der Münzen häufig in einer Hand vereinigt. Im Laufe der Geschichte ist die Prägung von Münzen oft zentral organisiert worden. Normalerweise waren die Münzstätten jedoch eigenständig. Heute ist es das Finanzressort, das für die Münzprägung zuständig ist. Im obersten Gremium wird über das Münzbild entschieden. Die Prägungen der Münzen der Bundesrepublik erfolgt in fünf deutschen Prägeanstalten.

Wenn man die Geschichte der deutschen Münzprägung jedoch zurückverfolgt, sind es nicht nur die fünf uns bekannten Prägestätten welche in Deutschland Münzen prägen durften. Die Prägebuchstaben der deutschen Münzstätten wurden mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 entsprechend der Bedeutung der einzelnen Bundesstaaten und ihrer Regenten vergeben. An oberster Rangfolge stand Preußen mit seinen Prägestätten in Berlin (A), Hannover (B) und Frankfurt (C) letztere beiden heute nicht mehr in Betrieb. Dann folgten Bayerns und Sachsens Münzstätten in München (D) und Dresden/Muldenhütten (E) - letztere nicht mehr in Betrieb. Und schließlich Stuttgart (F) für Württemberg, Karlsruhe (G) für Baden, Darmstadt (H) für Hessen - nicht mehr in Betrieb - sowie der Stadtstaat Hamburg (J).
Deutsche Prägeanstalten
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Die einzelnen heute noch aktiven Prägeanstalten lassen sich durch folgende Prägezeichen auf den Münzrückseiten unterscheiden:
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A |
Münzstätte |
Berlin |
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D |
Münzstätte |
München |
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F |
Münzstätte |
Stuttgart |
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G |
Münzstätte |
Karlsruhe |
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J |
Münzstätte |
Hamburg |
Karlsruhe - Deutschlands älteste Prägeanstalt
Die Prägeanstalt Karlsruhe ist Deutschlands älteste Münzstätte. Seit 1827 (184 Jahre) werden in Karlsruhe Münzen geprägt. Die ersten 5 Gulden-Goldstücke zeigten auf der Wertseite das gekrönte Schild Altbadens, umringt von Lobeerzweigen. die ersten Gedenkmünzen wurden 1832 anlässlich des Besuchs des Großherzogs Leopold von Baden geprägt. Ab 1906 erschienen Silbermünzen erstmals mit dem Prägebuchstaben "G" für Karlsruhe in der neuen Einheitswährung "Mark". Im Deutschen Reich war die Karlsruher Prägestätte an der Produktion von Gedenkmünzen sowie auch Kursmünzen beteiligt. Die erste D-Mark-Gedenkmünze erschien 1955 und wurde ausschließlich in Karlsruhe geprägt. Danach prägte die Münzstätte verschieden schöne Gedenkmünzen zum Nennwert von 5 Mark oder 10 Mark wie zum Beispiel die Gedenkmünze zu Ehren des Erfinders des Buchdrucks Johannes Gutenberg. Aber auch die letzte Gedenkmünze in der Währungsbezeichnung - Deutsche Mark, 50 Jahre Verfassungsgericht wurde 2001 in Karlsruhe geprägt. Die erste Gedenkmünze in der neuen Währung Euro aus der Karlsruher Prägeanstalt erschien im November 2002 zum Thema "50 Jahre deutsches Fernsehen".



