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Die Prägeart und Erhaltung von Münzen

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Herstellungsformen und Erhaltungsstufen

Polierte Platte
Spiegelglanz
Stempelglanz
vorzüglich
sehr schön
schön
gering erhalten

Die Erhaltung bzw. Prägeart einer Münze ist ein wesentlicher Faktor bei der Bewertung und daher von großer Bedeutung. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Herstellungsformen. Es ist einmal die Prägeart "Polierte Platte" und zum anderen die Prägeart "Stempelglanz".

Münzen in der Prägeart Polierte Platte

Polierte Platte (pp) - Bei diesen Exemplaren handelt es sich um besonders aufwendig hergestellte Münzen, geprägt eigens für den Sammler. Die Abgabe erfolgt daher auch mit einem Aufpreis (verglichen mit den Stempelglanz - Varianten). Bei der Herstellung kommen nur ausgesuchte makellose Ronden und Stempel, welche poliert wurden, zum Einsatz. Sie werden dann als in Einzelprägung gefertigte Münze per Hand abgenommen und einzeln verpackt. Die Münzen weisen einen spiegelnden Hintergrund sowie ein feinstmattiertes Relief auf. Weiterhin darf keinerlei Beschädigung erkennbar sein. Deswegen sollte man Münzen in der Prägung Polierte Platte immer in speziellen Münzkapseln aufbewahren.

Spiegelglanz - Der Begriff des Spiegelglanz ist nicht eindeutig definiert. Einige Fachleute verstehen darunter eine Herstellungsart, ähnlich der der Polierten Platte, bei der die Arbeitsgänge automatisiert wurden. Andere verwenden den Begriff Spiegelglanz für eine Fertigung, bei der nur die Stempel, nicht aber die Ronden poliert werden. Da die Abweichungen beider Begriffe wenn überhaupt nur marginal sind, spricht nichts dagegen, sie synonym zu verwenden. Selten kommt es auch vor, dass entgegen obiger Beschreibung auch die erhabenen Teile poliert werden. PP-Münzen müssen sehr sorgfältig behandelt und aufbewahrt werden, da bereits kleinste Beschädigungen oder Oxidationen den Wert beträchtlich mindern können.

Münzen in der Prägeart Stempelglanz

Stempelglanz (st) - Diese Münzen werden maschinell weit weniger aufwendig hergestellt als ihre PP-Gegenstücke. Sie zeigen den metallischen Glanz einer ungebrauchten neuen Münze und dürfen keine erkennbaren Beschädigungen aufweisen. Durch den Fertigungsprozess, bei dem die Münzen in eine Transportkiste fallen, maschinell gezählt und dann in Säcken zu den Banken transportiert werden, entstehen zwangsläufig kleinere produktionsbedingte Beschädigungen. Diese Münzen werden häufig als bankfrisch (bfr) bezeichnet, obwohl dies eigentlich keine klassische Qualitätsstufe darstellt. Um die Transportschäden wenigstens bei den Sammlermünzen zu minimieren, sind die Prägeanstalten dazu übergegangen ab der 5 DM "Frankfurter Nationalversammlung" (1973) die Münzen nach dem Prägen in Rollen zu verpacken, und sie rutschfest verpackt in Kartons an die Banken zu senden.

Erhaltung von Münzen

Vorzüglich (vz) - Diese Exemplare können durch einen kurzen Umlauf ihren Prägeglanz verloren haben, dürfen aber im Relief keine Verletzungen aufweisen. Im Feld der Münze dürfen kleine Beschädigungen erkennbar sein.

Sehr schön (ss) - In dieser Erhaltung dürfen Münzen auch im Relief kleinere Verletzungen aufweisen. Die Gebrauchsspuren dürfen aber das Gesamtbild der Münze nicht wesentlich beeinträchtigen.

schön (s) - Es sind deutliche Abnutzungsspuren erkennbar und einige Verletzungen vorhanden. Das Motiv der Münze muss aber immer noch klar erkennbar sein. Die meisten Münzen ab 1900 sind in dieser Erhaltung nicht mehr sammelwürdig.

Gering erhaltene (ge) - Münzen dagegen lassen selbst das Münzbild nur noch schwer erkennen.

Wichtige Faktoren für die Erhaltung von Münzen

Deutsch Prägeanstalten
Münzmetalle und Legierungen
Pflege von Münzen
Fachbegriffe und Abkürzungen

Wie bereits erwähnt, ist die Erhaltung ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung einer Münze. Exemplare in st oder vz erreichen oft den doppelten oder gar dreifachen Preis als schlechter erhaltene Stücke. Kauft man Münzen, ohne sie vorher begutachten zu können, sollte man sich also sicher sein, das der Verkäufer eine seriöse Bewertung vorgenommen hat. Eine eindeutige Bewertung einer offiziellen Behörde oder eines anerkannten Vereins gibt es in Deutschland leider nicht. Münzenkauf ist also immer eine Vertrauenssache. Das Risiko kann man nur durch den Kauf originalverpackter PP-Münzen erheblich einschränken.

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